BIONTECH SE-ADR (22UA.F) — Diskussion

Aktienrückkauf über eine Milliarde ist nett, aber die verlieren im ersten Quartal 532 Millionen Euro bei 118 Millionen Umsatz. Da wird der Cashbestand von 16,8 Milliarden doch schneller aufgebraucht, als viele hier glauben. Die Pipeline mag vielversprechend sein, aber bis daraus nennenswerte Umsätze kommen, wird noch ordentlich Geld verbrannt – und bis dahin bleibt der Kurs eher ein Geduldsspiel.

Sahin geht, Cash schmilzt — aber die Pipeline steht besser da als je zuvor. Frage ist nur, ob der Markt wartet oder schon eingepreist hat.

Wartet mal, 16,8 Milliarden Cash bei dem Kurs sind doch absurd. Unter 80 Euro, bei nem Buchwert von locker 100+ Euro pro Aktie, da kauft das Unternehmen selbst aggressiv zurück. Die Pipeline ist noch nicht eingepreist, das ist ne klassische Turnaround-Wette mit massivem Sicherheitsnetz.

Seit die Aktie unter 80 Euro steht, frag ich mich ernsthaft, ob der Markt die Cash-Position von fast 17 Milliarden einfach ausblendet. Klar, die Verluste brennen, aber bei dem Tempo reicht das Polster locker bis die ersten Krebszulassungen kommen. Wer da jetzt verkauft, hat die Geduld eines Kleinkinds – entweder die Pipeline liefert, oder sie liefert nicht, aber warten muss man halt.

Frag mich wie lange der Markt die Cash-Position noch ausblendet. Fast 17 Milliarden bei dem Kurs ist fast absurd — und das Rückkaufprogramm zeigt ja, dass der Vorstand genau so denkt.

Stimmt, Cash allein macht nicht glücklich.

Wenn es tatsächlich so ist, dass ein Großteil der 25 laufenden Onkologie Studien positiv beschieden wird, dann wird biontech der absolute Burner sein. Dann werden wir nicht nur Kurse von 100 oder 500 € sehen, sondern von 1000 und weit mehr. Und dann frage ich mich, ob biontech so gut beraten ist, wenn sie 1800 Mitarbeiter freisetzen. Oder ob sie nicht lieber versuchen sollten, jetzt schon möglichst viele von ihnen auf Onkologiep roduktion umzuschulen, denn wenn erst die ersten Zulassungen da sind, wird ein wahnsinniger weltweiter Run einsetzen, denn es gibt doch kaum einen Bereich in der Medizin, in dem die Sehnsucht nach tatsächlich wirksamen Medikamenten so riesig ist. Und dann muss biontech zusehen, wie sie in der Produktion hinterherkommen. Da werden sie absolut jeden Mitarbeiter brauchen können, denn dieses Feld ist dann erst noch völlig neu.

Bei dem Kurs um die 81 Euro blicke ich ehrlich gesagt gar nicht mehr durch. Warum werden eigentlich Leute entlassen, wenn man angeblich so riesige Pläne für die Zukunft hat? Ich verstehe nicht, wie die Firma gleichzeitig wachsen und sich verkleinern will.

Gerade wenn BioNTech seine Onkologieprodukte weltweit auf den Markt bringt und ein großer Teil der Produktion in den USA gemeinsam mit Bristol Myers Squibb erfolgt, werden andere Qualifikationen benötigt als in der klassischen Impfstoffproduktion. So bitter der Stellenabbau für die betroffenen Mitarbeitenden auch ist, eine strategische Neuausrichtung des Personals ist in dieser Phase nachvollziehbar und aus unternehmerischer Sicht sinnvoll. Genau das müsste BioNTech aber deutlich besser kommunizieren.

Verstehe den Punkt mit der Qualifikation, aber muss man die Leute dafür echt direkt vor die Tür setzen? Kann man die nicht einfach umschulen statt neue Leute zu suchen? Das wirkt irgendwie extrem kurzfristig gedacht.

Cathie Woods Ausstieg ist schon ein starkes Signal. Glaubt wohl nicht an schnelle Erfolge in der Onkologie.

Was wäre wenn Moderna tatsächlich die Werke übernimmt und BioNTech die milliardenschwere Cash-Position dann komplett in Forschung stecken kann? Die Bewertung ist absurd, fast Marktkapitalisierung = Kasse. Aber ohne die Gründer fehlt mir da der wissenschaftliche Kompass für die Onkologie-Pipeline.

Klingt nach viel Hoffnung auf einen kontrollierten Neustart, aber ohne klare Phase-3-Daten bleibt das mMn eher Wunschdenken als belastbare Story.

16,7 Milliarden Cash und die Aktie dümpelt bei 81 Euro. Da passt was nicht zusammen.

Marktkapitalisierung liegt bei etwa 16 Milliarden, da ist der Cash schon fast der gesamte Unternehmenswert. Der Markt traut der Pipeline offenbar noch nicht zu, dass daraus nennenswerte Umsätze werden, sonst wäre der Abstand größer.

Puh. 136 Mio Umsatz gegen 207 Mio erwartet, das ist schon ne Ansage. Die Rückkauf-Milliarde zeigt aber, dass sie den eigenen Cash für unterbewertet halten.

Jetzt ist der Rückkauf aber auch eher ein Signal an den Markt als ne echte Überzeugung vom eigenen Kurs - bei dem operativen Cashburn und dem Umsatzloch würd ich das Geld lieber in die Pipeline stecken statt es zu verbrennen.

Die Pipeline ist doch schon dick. Mit HIV geht man jetzt nochmal einen weiteren Pfad. Was man jetzt braucht ist Zeit um die Gesamtüberlebensrate für die vielversprechenden Präperate zu ermitteln. Diese Zeit kann man sich nicht kaufen, mit keinem Geld der Welt.

Die 50-Tage-Linie bei 79,38 ist durch, der Chart sieht damit jetzt richtig düster aus. Wenn die Unterstützung bei 75 nicht hält, gehts zügig weiter Richtung Süden.

Wer die 16,6 Milliarden Cash gegen die Marktkapitalisierung legt, sieht doch sofort: Da steckt die Pipeline quasi gratis drin. Die Frage ist nur, ob Oelkers den Laden bis 2027 zusammenhalten kann, ohne dass die besten Leute abspringen. Ich warte erstmal die nächsten Studiendaten ab.