Eigene Chips leuchten mir ein, aber bei den steigenden Speicher- und Zulieferkosten trau ich dem Margensprung noch nicht… nach dem Gewinneinbruch.
Man muss schon sehr genau hinsehen, wer hier von einem „Gewinneinbrauch“ spricht – meistens sind das Shortseller, die dieses Narrativ gezielt streuen, um Zweifel zu säen.Was wir hier sehen, sind schlicht und einfach massive Zukunftsinvestitionen. Xiaomi baut hochmoderne Giga-Fabriken aus dem laufenden Cashflow und finanziert das Ganze solide aus eigener Kraft. Dass solche Milliarden-Investitionen in die Bilanzen und den kurzfristigen Nettogewinn drücken, ist völlig normal. Das Entscheidende übersehen die Kritiker dabei komplett:Die Fabriken stehen und liefern: Werk 2 ist seit Juli im Vollbetrieb, Werk 3 fährt jetzt hoch, und die Kapazitäten werden dadurch massiv multipliziert. Der Output spricht für sich: Genau diese Investitionen ermöglichen erst diesen enormen, reibungslosen Ausstoß und eine Fabrikqualität, die traditionelle Hersteller alt aussehen lässt.Wer hier von Rückschritt redet, blendet die Realität aus. Xiaomi überholt in der Fertigungsqualität und bei den Margen gerade etablierte Player wie Tesla oder Porsche. Dazu kommt der enorme Vorsprung durch eigene KI, Chips und das nahtlos vernetzte Hyper-OS (Human x Car x Home), der sie meilenweit vor Konkurrenten wie Apple positioniert.Wer das als Krise darstellt, hat das Geschäftsmodell nicht verstanden. Das sind Reinvestitionen in Reinstkultur – und sobald diese Werke im Vollbetrieb laufen, wird sich das direkt und überproportional in den Gewinnen widerspiegeln.
ASIL-D fürs Wohnzimmer-Betriebssystem, das wird bestimmt lustig beim ersten Update.
Der Absatz von Smartphones brach zuletzt um 26,5 Prozent ein - der Umsatz aber nur um 7,5 Prozent, weil der Durchschnittspreis um fast 26 Prozent auf 1.351 Yuan stieg.
Der Marktstart des Sky Nomad brachte Xiaomi Auto in den ersten vier Minuten mehr als 10.000 verbindliche Bestellungen. Für das Gesamtjahr fehlen nach neun Monaten aber noch rund 263.500 Fahrzeuge, und die Aktie liegt seit Jahresanfang im Minus. Wie schätzt ihr die Chancen ein, dass das Unternehmen sein eigenes Jahresziel noch erreicht?
Der Ramp-up läuft auf vollen Touren. Bereits im August und September wurde massiv vorproduziert. Wie in der Fahrzeugbranche üblich, können einzelne Engpässe in der Produktionslinie trotzdem dafür sorgen, dass die Auslieferungen zunächst hinter den Erwartungen zurückbleiben. Lei Jun will schließlich auch bei der Qualität überzeugen.
Sobald diese Engpässe beseitigt sind, könnte es bei den Stückzahlen eine kräftige Überraschung geben: Vorproduzierte Komponenten können verbaut werden, während gleichzeitig zusätzliche Kapazitäten aus Phase 2 und der aktuell hochlaufenden Phase 3 dazukommen. Aus meiner Sicht könnten damit im Oktober bereits mehr als 60.000 Auslieferungen möglich sein.
Schon im vergangenen Dezember wurden mit Phase 1 über 50.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das zeigt, welches Potenzial zum Jahresende vorhanden ist. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass Xiaomi im November und Dezember erneut Bestmarken erreichen kann.
Natürlich werden viele langsam ungeduldig. Neue Gigafabriken lassen sich aber nicht über Nacht auf volle Leistung bringen – schon gar nicht mit dem Anspruch, gleichzeitig hohe Qualität zu liefern. Das bisherige Tempo, die Nachfrage und der hohe Automatisierungsgrad sind beeindruckend.
Wenn jede der drei Phasen bei voller Auslastung tatsächlich rund 36.000 Fahrzeuge pro Monat liefern kann, ergibt sich ein enormes Potenzial. Entscheidend ist dabei, auf welches Schichtmodell sich die genannten Nennkapazitäten von jeweils 150.000 Fahrzeugen pro Jahr beziehen und welche Leistung im Dauerbetrieb tatsächlich erreichbar ist. Die im Januar ausgerufenen 550.000 Fahrzeuge für dieses Jahr waren sicherlich ein sportliches Ziel. Mit einem außergewöhnlich starken vierten Quartal könnte es vielleicht trotzdem noch reichen.
Dazu kommt die neue 18er-Smartphone-Serie, von der ich mir ebenfalls viel verspreche. Wenn die Margen wieder das Vorjahresniveau erreichen, könnte Q4 auch auf der Ergebnisseite ein Rekordquartal werden.
Was mich besonders beeindruckt, ist die Breite des Konzerns: Xiaomi greift inzwischen in immer mehr Bereichen die Premiumanbieter an – bei Smartphones, Autos, Haushaltsgeräten, Robotik und KI. Die von mir gesehenen Rankings zu MiMo 2.6 beziehungsweise V3 mit Platz 6 weltweit und Platz 1 beim Preis-Leistungs-Verhältnis passen in dieses Bild, wobei natürlich immer der jeweilige Benchmark entscheidend ist.
Ob Apple, Porsche, Ferrari oder Miele: Xiaomi tritt zunehmend mit dem Anspruch an, etablierte Spitzenmarken bei Leistung, Qualität und Preis herauszufordern. Für mich ist genau das die eigentliche Erfolgsstory: ein Konzern, der in erstaunlich vielen Produktkategorien hochwertige Technik zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt bringt.
Ich bleibe deshalb sehr zuversichtlich. Wenn Produktionshochlauf, Nachfrage und Margen wie erhofft zusammenkommen, könnte sich diese Entwicklung bereits im vierten Quartal in neuen Rekordgewinnen widerspiegeln.
Ich trau dem steilen Hochlauf noch nicht ganz, so beeindruckend das Tempo bei den Fabriken auch ist. Die Nachfrage nach den Autos zieht ordentlich und wie schnell Phase 2 und 3 nachgeschoben werden, hat was. Bei den neuen Smartphones bin ich auch voll dabei. Nur fehlt mir noch der Glaube, dass am Ende wirklich das 550.000er-Jahresziel fällt. Bei solchen Gewaltmärschen reicht oft ein einziges fehlendes Teilchen und die ganze Rechnung wackelt. Für mich wird das erst rund, wenn die Kisten im November und Dezember tatsächlich beim Kunden auf dem Hof stehen…
Ja, die von Lei Jun im Jänner in einem Interview genannten Ziele – es handelte sich dabei nicht um eine offizielle Unternehmensplanung – werden immer wieder hervorgeholt. Selbst wenn sich das Erreichen dieser Ziele im ungünstigsten Fall um ein oder maximal zwei Monate verschieben sollte, ändert das für mich wenig am Gesamtbild.
Was Xiaomi aktuell leistet, ist enorm. Laufend werden neue Rekorde aufgestellt, und das in einer Geschwindigkeit, die in dieser Form bislang kaum ein anderer Hersteller erreicht hat. Mit dem Hochfahren der zwei zusätzlichen neuen Werke dürfte Q4 nochmals deutlich stärker werden und weitere Rekordzahlen bringen.
Auch die Smartphone-Sparte zieht wieder kräftig an – und das bei gleichzeitig guten Margen. Für mich könnte Q3 rückblickend sogar das letzte Quartal gewesen sein, das man noch als nicht optimal bezeichnen kann.
Ab jetzt dürfte die Entwicklung deutlich dynamischer werden. Viele Analysten haben ihre Kursziele bereits spürbar angehoben, und teilweise werden Kurspotenziale von 40–50 % gesehen.
Wenn das keine starken Aussichten sind. Besonders spannend wird es, wenn sich zusätzlich Shortseller eindecken müssen. Sollten die Q4-Zahlen die operative Entwicklung bestätigen, könnte das dem Kurs nochmals ordentlich Rückenwind geben. Ich freue mich jedenfalls auf die kommenden Monate.
Das Tempo beim Hochfahren der Fabriken imponiert mir schon. Bei den euphorischen Kurszielen der Analysten fehlt mir allerdings das Vertrauen, solange die Notierung im unteren Drittel der Jahresspanne festhängt. Was solche Gewaltmärsche mit den Margen anstellen, merken die Banken erfahrungsgemäß erst hinterher.
Die Gewinne dürften mit dem Hochfahren der Produktion jetzt deutlich an Dynamik gewinnen. Wenn Xiaomi im Oktober tatsächlich rund 60.000 Fahrzeuge produziert – wovon inzwischen viele Analysten ausgehen, da die neuen Werke zunehmend auf volle Auslastung kommen –, verteilen sich die Fixkosten auf wesentlich mehr Fahrzeuge. Dadurch sollten die Stückkosten sinken und Margen sowie Gewinne entsprechend steigen.
Auch bei den Smartphones sieht es sehr stark aus. Die neue Xiaomi-18-Serie war zum Start teilweise sofort ausverkauft, und Xiaomi kommt offenbar trotz deutlich höherer Preise mit der Produktion kaum hinterher. Preislich bewegt man sich inzwischen auf Apple-Niveau, bietet technologisch aber in vielen Bereichen mindestens ebenso viel oder sogar mehr.
Was meines Erachtens häufig unterschätzt wird, sind die mehr als 400 Beteiligungen von Xiaomi. Immer wieder werden Unternehmen aus diesem Portfolio an die Börse gebracht. Allein in diesem Jahr gab es weitere Börsengänge. Xiaomi war bei einigen dieser Unternehmen bereits sehr früh als Investor dabei und hat teilweise auch bei den Emissionen nochmals investiert. Dadurch könnten bereits in Q3 erhebliche Buchgewinne entstehen.
In Q4 könnte dann vieles gleichzeitig zusammenkommen: stark steigende Fahrzeugproduktion, sehr gute Smartphone-Verkäufe, wachsende Margen und zusätzliche Wertsteigerungen aus dem Beteiligungsportfolio. Deshalb halte ich eine Neubewertung von Xiaomi im vierten Quartal für durchaus möglich.
Dabei darf man auch die anderen Bereiche nicht unterschätzen: Xiaomi gehört mittlerweile technologisch zu den führenden KI-Unternehmen, entwickelt Roboter auf international sehr hohem Niveau und wächst gleichzeitig massiv bei Haushaltsgeräten und im Smart-Home-Bereich.
Besonders bemerkenswert ist für mich, dass Xiaomi all dieses Wachstum und die enormen Investitionen aus eigener Kraft finanziert. Ohne diese gewaltigen Zukunftsinvestitionen wären die heutigen Gewinne bereits wesentlich höher. Gleichzeitig verfügt Xiaomi über enorme finanzielle Reserven und eine sehr starke Bilanz. Genau diese finanzielle Stärke erlaubt es dem Unternehmen, massiv in KI, Chips, Autos, Robotik und neue Technologien zu investieren, um langfristig ganz vorne mitzuspielen.
Für mich sieht das Gesamtbild daher ausgesprochen stark aus. Viele Skeptiker warten weiterhin darauf, dass all diese Entwicklungen vollständig in den Quartalszahlen sichtbar werden. Das Problem dabei: Wenn die Zahlen es eindeutig bestätigen, hat der Aktienkurs häufig bereits reagiert.
An der Börse wird schließlich die Zukunft gehandelt und nicht die Vergangenheit. Wer bereit ist, etwas mehr Risiko einzugehen, versucht deshalb den Zeitpunkt zu erkennen, bevor die Entwicklung vollständig in den Zahlen angekommen ist.
Die spannende Frage lautet daher: Ist dieser Zeitpunkt bei Xiaomi vielleicht genau jetzt?