HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN (HDD) — Diskussion

0,2 Prozent EBITDA-Marge und der Auftragseingang hängt auch noch am Tropf von italienischen Förderprogrammen. Aber der Auftragsbestand ist auf 762 Mio gestiegen und der CEO kauft selbst Aktien - das ist für mich das stärkste Signal hier. Mal sehen ob die Q2-Zahlen die Richtung bestätigen.

CEO-Kauf ist schon ein Statement, aber bei 0,2% Marge und dem Italien-Auslaufen wäre mir das zu heiß für einen Neueinstieg. Ich bleib da lieber bei meinem Welt-ETF-Sparplan, der kann mit solchen Einzelwertsachen nicht mithalten.

Was mich irritiert ist die Jetfire-Show Anfang Oktober, während das Q1 mit 0,2 Prozent Marge und 77 Mio negativem Cashflow daherkommt. Vielleicht ist die Konferenz ja genau der Moment, an dem sich zeigt, ob die neuen Felder mehr als nur Präsentation sind.

Mal ehrlich, wie viel Zeit bleibt dem neuen Finanzvorstand eigentlich noch, um das Schiff auf Kurs zu bringen? Da werden Natriumbatterien mit Phenogy und Drohnenabwehr in Brandenburg aus dem Hut gezaubert, während im Kerngeschäft Italien um 60 Millionen einbricht, weil dort ein Förderprogramm ausgelaufen ist. Das schaut für mich weniger nach Strategie aus und mehr nach einem Verzweiflungsakt, Hauptsache der Vorstand kann irgendwas Neues erzählen. Und dann bestätigen sie auch noch die Prognose fürs Gesamtjahr. Hut ab vor so viel Zuversicht, oder ist es eher Galgenhumor?

Jetzt bauen sie also Natriumbatterien und Drohnenabwehr, aber die Italiener bestellen keine Druckmaschinen mehr. Klingt für mich wie ein Skifahrer der im Flachland plötzlich Snowboarden lernt. Die 32 Prozent Minus seit Jahresanfang sind da nur die ehrliche Antwort vom Markt.

Erst mal ein paar Maschinen verkauft, dann kommt der Quartalsbericht, und dann schau mer mal, was von den Aufträgen im Ergebnis übrig bleibt. Bei Einzelbestellungen warte ich lieber auf die Zahlen als auf die nächste Pressemitteilung.

Einzelne Kundenaufträge lassen sich schwer gegen ein schwächeres Branchenklima aufrechnen - welches Signal wiegt für euch beim Blick auf den 12. November schwerer?

Kundenprojekte hier, Branchenklima dort, und am 12.11. wissen wir mehr. Glaubt hier ernsthaft noch jemand, dass die Zahlen die Meldungen bestätigen?!

Was bringt es einem Drucker eigentlich konkret, wenn Vorstufe, Druck und Planung über eine Software wie Prinect zusammenlaufen?

Diese Meldungen lesen sich alle gleich: irgendein Kunde aus irgendeinem Land integriert Prinect, ein anderer bestellt zwei Maschinen, dann noch einer die Jetfire, und ich frage mich beim Lesen jedes Mal, ob das jetzt die Trendwende ist oder nur das übliche Melden von Einzelprojekten. (Und wenn ich ehrlich bin: Ich kann das aus den Texten schlicht nicht rauslesen.) Das mit dem 12-Millionen-Pfund-Programm ist so ein Beispiel, schön für den Kunden, aber was davon bei Heidelberg hängen bleibt, steht da nicht. Vielleicht ist genau das die Frage: Weiß hier jemand, wie viele solcher Meldungen es braucht, bis man das auch in den Zahlen sieht?

Der SHIFT-Summit zeigt die technologische Richtung, liefert aber keine neuen Aufträge oder Finanzkennzahlen. Ob sich aus Automatisierung und Software tatsächlich Investitionsentscheidungen von Kunden ableiten lassen, zeigt sich wohl erst im Halbjahresfinanzbericht am 12. November. Wie bewertet die Community diesen Abstand zwischen präsentierter Technik und messbarem Geschäftserfolg?

:blue_circle: Heidelberger Druckmaschinen: RSI signalisiert Überverkauft

Der RSI-14 von Heidelberger Druckmaschinen ist auf 29.5 gefallen und signalisiert eine überverkaufte Situation. Aktueller Kurs: 1.31 EUR.

Bei Route 1 Print fließen über 12 Millionen Pfund in ein einziges Standortprogramm, in dessen Rahmen zwei Speedmaster XL 106 angeschafft werden. Diese Summe beschreibt das Investitionsbudget des Kunden, nicht den Auftragseingang bei Heidelberger Druckmaschinen. Zwischen einer konkreten Maschineninvestition und der Kursentwicklung liegt also ein Unterschied, den man im Blick behalten sollte.

Eine erste Jetfire-Installation in Nordamerika ist ein Anfang, aber der Beweis für breite Nachfrage fehlt noch.

Eine Kundenzusage für Nordamerika und ein Vertriebsziel in Japan sind zwei sehr unterschiedliche Erfolgsbelege, auch wenn sie in einem Atemzug gemeldet werden.

:up_right_arrow: Heidelberger Druckmaschinen: RSI erholt sich aus überverkauftem Bereich

Der RSI-14 von Heidelberger Druckmaschinen ist von 27.9 auf 36.1 gestiegen und verlässt den überverkauften Bereich.