GERRESHEIMER AG (GXI) — Diskussion

13% in nem Monat, ob das after den Problemen wirklich Substanz hat?

13% nach so einem Chaos ist erstmal ne klassische Short-Squeeze-Rally. Der RSI ist jetzt schon wieder heiß, bei dem Chartbild fehlt mir da der fundamentale Unterbau.

Centor-Verkauf muss jetzt kommen, sonst wirds eng mit den Schulden.

Puh. Die bauen da ein riesiges neues Werk in China, verdoppeln die Kapazität, und der Kurs fällt trotzdem weiter. Irgendwie check ich nicht, warum der Markt das so ignoriert – ist doch eigentlich ne gute Nachricht, oder? Oder ist denen das alles zu langfristig und die schauen nur auf die Schulden und den fehlenden Cashflow gerade?

Ehrlich, die Schuldenlast drückt einfach mehr als die Werkserweiterung.

Der Einstieg auf 20% ist ein starkes Signal, aber bei einem Nettoverlust von 318 Mio und ausbleibender Dividende braucht es erstmal operative Ergebnisse aus China.

1,5 Mrd Euro Unternehmenswert für zwei Sparten mit 570 Mio Umsatz — das ist ein ordentlicher Multiples, aber der Schuldenabbau steht klar im Vordergrund. Die Konzentration aufs margenstärkere Kerngeschäft klingt strategisch sinnvoll.

JPMorgan sieht 46 Euro, und der Laden verkauft gerade für 1,5 Milliarden den Schrott raus. Das Management räumt endlich auf, das war auch nötig.

Verkaufserlös von 1,5 Milliarden bei einer Marktkapitalisierung von 965 Millionen, da stellt sich schon die Frage, ob der Markt den Rest des Konzerns nur noch mit einem Abschlag bewertet oder ob die Bilanzrisiken doch größer sind als gedacht. Der Kurs ist damit zwar vom Tief weg, aber das 52-Wochen-Hoch von 46 Euro zeigt, wie tief das Vertrauen in die Aktie gesunken ist. Die Kunststoffsparte war offenbar der Hebel, um die Bilanz zu sanieren, jetzt muss die Profitabilität des Kerngeschäfts zeigen, ob der Umbau trägt.

Die €1,500m mit der Marktkapitalisierung von €950m zu vergleichen und zu fragen, ob der Markt den Rest von GXI “mit einem Abschlag bewertet”. Da weiß ich wirklich nicht mehr, ob es hier nur darum geht, Zeilen mit Worten zu füllen, egal wie irreführend das häufig für die Kleinanleger ist, die das hier lesen.

Die €1.500m sind der Enterprise Value, die €950m der Equity Value - wer das durcheinander bringt, braucht dringend ein paar Nachhilfestunden. Außerdem: dass der Markt bei GXI “nur noch einen Abschlag” anwendet, so hätte man erklären können, ist nichts Neues. Das war auch vor dem Deal der Fall (price/book ratio weit unter 1).

“Den Schrott”??? Da fehlt wirklich das Basisverständnis über dieses Unternehmen. Unglaublich eigentlich, aber inzwischen erwartet man ja ohnehin nichts mehr anderes.

Für die armen Mitstreiter der Privatinvestoren nur der Hinweis, den sie vermutlich schon kennen: Was GXI verkauft, ist das Tafelsilber, die Ertragsperlen.

Auch hier - wer um Himmels willen hat Ihnen denn eingeflösst, daß das verbleibende, von Ihnen sogenannte “Kerngeschäft” margenstärker ist??? Ich kann es nicht fassen, wie sehr die Leute hier in die Irre geführt werden.

Und wieder, darauf habe vermutlich nicht nur ich, sondern eine Menge von anderen Usern bereits hingewiesen: Den Anteilen, die durch Unternehmen der Goldman Sachs-Gruppe gehalten werden, eine strategische Relevanz für Goldman Sachs zuzuschreiben (“ein starkes Signal”) ist einfach falsch.

Enterprise Value und Equity Value, was ist denn da der genaue Unterschied? Ich verstehe nur Bahnhof und frage mich, warum das für mich als Anfängerin so wichtig sein soll.

Enterprise Value minus Nettoverschuldung = Equity Value. Die Marktkapitalisierung der börsennotierten Unternehmen gehört zur Kategorie Equity Value, weil man beim Aktienerwerb auch die Schulden mitkauft.

Die häufig zur eher approximativen Bewertung verwendeten Multiples, z.B. EBITDA Multiple oder Sales Multiple, arbeiten mit dem Enterprise Value. Wenn Sie damit einen vermuteten Wert ermitteln, müssen Sie anschließend deshalb immer noch die Schulden abziehen.

Versuchen Sie es mal mit Malkiels A Random Walk Down Wall Street. Gibt es auch auf Deutsch.

1,5 Mrd. Euro EV für Centor und das PPP-Geschäft bei einem kombinierten Umsatz von nur 570 Mio. Euro? Das ist ein Multiple von knapp 2,6 auf den Umsatz, ohne die tatsächliche Ertragskraft dieser Sparten im Detail zu kennen.

Bei der aktuellen Verschuldung und der Historie mit den Ergebnisanpassungen ist das eher ein Notverkauf für finanzielle Luft als ein strategischer Geniestreich. Wer da bei 27 Euro blind zugreift, sollte sich mal fragen, was nach dem Verkauf operativ überhaupt noch Substanz mit echten Margen übrig bleibt.

Von 46 Euro auf 26 trotz Goldman-Ausstieg einfach nicht erklärbar, die senken ja sogar ihr Kursziel. Die Refinanzierung bis September wird der eigentliche Lackmustest, vorher ist das Ganze ein Blindflug.

[Klarstellung an die Kollegen Privatanleger: Herr Altmann ist ein von der Plattform beauftragter Schreiber, nicht etwa ein User. Er wird von „boerse-express.com“ als einer der „führenden Finanzexperten im deutschsprachigen Raum“ vorgestellt.]

Leider hat Herr Altmann keine Ahnung von den von Goldman (GS) mit Bezug auf GXI gehaltenen Finanzinstrumenten, zu denen er sich in dem von ihm hier beigefügten Artikel äußert. Trotzdem erweckt er den schlimm irreführenden, sensationsheischenden Eindruck, daß GS an GXI strategisch interessiert sei und seine Beteiligung an GXI auf fast 20% angehoben habe.

  1. Anders als hier behauptet, hält GS nach der eqs-Meldung vom 7. August, die Herr Altmann offenbar nicht richtig gelesen hat, Null direkte Stimmrechte.

  2. GS besitzt natürlich auch nicht etwa 19,83% am Grundkapital von GXI, wie Herr Altmann sagt. Aus den vorliegenden Meldungen lässt sich noch nicht mal ableiten, ob GS überhaupt irgendwelche nennenswerten Anteile an GXI wirtschaftlich zuzurechnen sind (Eigenbestand).

  3. GS hat mit Meldung vom 22. Juni klipp und klar zusammengefasst, was es mit den Stimmrechten bzgl. GXI auf sich hat: Keine strategische Absichten, alles nur Positionen im Rahmen der üblichen Kundenbetreuung, also den Handels- und Absicherungsstrategien der Kunden folgend oder im Rahmen der GS-Tätigkeit als Vermögensverwalter.

Es ist unangenehm zu wiederholen, was ich in den letzten paar Tagen auf dieser Plattform mit Bezug auf GXI und KTN gesagt habe: Die von dieser Plattform angeheuerten Schreiber tragen zur Irreführung der Kleinanleger bei, sobald die Sachverhalte nicht mehr simpel und einfach sind, sondern Fachkenntnisse und professionelle Aufmerksamkeit erfordern.

Einfach breit gestreut in einen MSCI World und man muss sich diesen ganzen Ärger mit Einzelaktien und Analysten-Gequatsche gar nicht erst antun. Nerven schonen ist auch eine Rendite.