Warburg sieht 13,20 Euro, Bernstein 9,44. Die Spanne von fast 40% sagt eigentlich alles über die Unsicherheit bei dem Deal. Tja.
Deutz AG: RSI fällt aus überkauftem Bereich
Der RSI-14 von Deutz AG ist von 70.3 auf 68.8 gefallen und verlässt den überkauften Bereich.
Stimmen die Aktionäre Montag zu, ist das der größte Schritt in der Firmengeschichte. Fast 30 Prozent Verwässerung für den Einstieg ins Rüstungsgeschäft, während der Cashflow tiefrot ist, das ist schon eine mutige Wette.
Hab mir mal die Zahlen angeschaut – 7,1% Marge ist solide, keine Frage. Aber ob die 1,6 Milliarden für FFG jemals den Börsenwert rechtfertigen, da hab ich so meine Zweifel. Goldman sitzt drin und die Insides kaufen, trotzdem bleib ich erstmal an der Seitenlinie.
Was soll man von so einem Kommentar halten wenn man noch nicht einmal den Kalender richtig lesen kann.
Die Abstimmung ist nicht am Montag - sondern erst am übernächsten Montag.
Ob Montag oder übernächster Montag, spielt doch keine Rolle. Warum sich mit solchen Einzelwetten den Stress machen, wenn man einfach breit gestreut in den MSCI World investieren kann?
Fast 1 Million Euro Eigenkapital in den Markt gedrückt, drei Insidergremien kaufen zeitgleich. Das ist kein Hirnlos-CFD, sondern ein Commitment, das man in der Größenordnung selten sieht.
Deutz AG: Bruch unter 20-Tage-Linie
Deutz AG ist unter die 20-Tage-Linie (10.15 EUR) gefallen. Aktueller Kurs: 10.08 EUR.
Da kaufen Vorstand, Aufsichtsrat und Goldman Sachs kurz vor der Abstimmung kräftig zu, das ist schon ein starkes Signal. Die operativen Zahlen liefern mit 43% EBIT-Wachstum ja auch genug Rückenwind für den Deal.
1,6 Milliarden für eine Firma, die mehr wert ist als Deutz selbst, und danach halten die FFG-Eigner fast 30 Prozent. Das ist ein mutiger Schritt, aber die Halbjahreszahlen untermauern zumindest, dass das Kerngeschäft den Umbau stemmen kann. Entscheidend bleibt die Zustimmung am 24. August, die charttechnische Unterstützung bei 9,76 Euro steht als Sicherheitsnetz parat.
29,9 Prozent für eine einzelne Familiengruppe, das ist eine fundamentale Machtverschiebung, kein kosmetischer Deal. Die Kartellfreigabe ist formal, aber die eigentliche Abstimmung über die Verwässerung steht erst bevor.
Die Positionierung kurz vor der Kapitalerhöhung ist schon ein klares Signal von Goldman, auch wenn die Aktie am Donnerstag nachgab. Die operative Entwicklung mit der Margensteigerung von 5,5 auf 7,1 Prozent spricht für sich, das Chartbild bleibt intakt. Montag wird zeigen, ob der Weg Richtung 12 Euro frei ist.
Deutz AG: Ausbruch über 20-Tage-Linie
Deutz AG ist über die 20-Tage-Linie (10.15 EUR) ausgebrochen. Aktueller Kurs: 10.17 EUR.
Ohne die Kapitalerhöhung gäbe es gar keinen Deal. Aber 29,9% an die Verkäufer abzugeben, ist schon ein happiger Preis für den Einstieg ins Rüstungsgeschäft.
Die Insiderkäufe kurz vor der Abstimmung sind schon ein starkes Signal, aber bei einer Dreiviertelmehrheit zählt am Ende nur, was die großen institutionellen Anleger machen. Die operative Entwicklung ist stark, doch die Verwässerung durch die Kapitalerhöhung bleibt der wunde Punkt.
Die FFG-Marge von über 20 Prozent wäre ein Gamechanger, aber eine Sachkapitalerhöhung, die fast ein Drittel der Anteile verwässert, ist ein massiver Preis für den Turnaround. Die Schuldenlast für einen Deal in Höhe der eigenen Marktkapitalisierung dürfte die Bewertung noch eine Weile drücken.
29,9% klingt erstmal viel, aber bei dem Auftragsbestand von FFG ist das quasi der Eintrittspreis für ein eingespieltes Rüstungsgeschäft mit voller Pipeline – bar wäre da deutlich teurer geworden.
Die Insiderkäufe nach der Kartellfreigabe sind schon ein starkes Signal, aber der Derivate-Verkauf des CEOs wenige Tage später trübt das Bild etwas. Unterm Strich läuft das operative Geschäft mit dem Umsatzplus von 10,7 Prozent solide. Der Deal ist strategisch sinnvoll, die Finanzierung über die Sachkapitalerhöhung wird aber noch ein Spannungsfeld bleiben.
Lustig, alle reden von der FFG-Übernahme, aber keiner fragt sich, was passiert, wenn die Integration schiefgeht. Rüstung klingt toll, bis die ersten Lieferverzögerungen kommen und die Marge im Keller ist.
Insiderkäufe von 1,6 Milliarden Euro-Übernahmen sind immer ein gutes Zeichen, aber 29,9 Prozent Ankeraktionär klingt nach einem fairen Deal. Die Auftragsbücher liefern den Rückenwind, den’s für so einen Kraftakt braucht.