Lang & Schwarz (LUS.XETRA) — Diskussion

Willkommen zur Diskussion über Lang & Schwarz.
Ticker: LUS.XETRA
ISIN: DE0006459324
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Rekordgewinn von 64 Mio. Euro im Quartal bei einer Marktkapitalisierung von nur 244 Mio. Das ist ein krasses Verhältnis. Der Chart zeigt zwar ein frisches 52-Wochen-Hoch, aber die Frage ist, ob das Handelsvolumen ohne die vorherige Vola mithalten kann.

Meint ihr, die sinkende Volatilität killt langfristig das Geschäftsmodell, oder reicht der höhere Aktienkult der Privatanleger?

Volatilität allein ist nicht das Geschäftsmodell, das kommt und geht. Der Aktienkult der Privatanleger ist inzwischen so tief verankert, dass die Handelsfrequenz auch in ruhigen Phasen höher bleibt als vor fünf Jahren. Solange Leute täglich in Einzelaktien rein- und rausspringen, verdient Lang & Schwarz an jeder Order mit – das ist der stabilere Hebel als nervöse Märkte. Die sinkende Volatilität bremst vielleicht kurzfristig die Spitzen, aber killen tut das gar nichts.

2 Euro Dividende sind nett, aber die Marktkapitalisierung ist nach dem Crash fast niedriger als die Ausschüttungssumme. Das ist doch eher ein Zeichen von Kapitulation als von Stärke.

RSI bei 13,4 habe ich noch nie gesehen. Kann jemand erklären, ob die Aktie dann wirklich günstig ist oder einfach nur noch mehr fallen kann? Ich sitz noch drauf.

Was wäre wenn der RSI einfach noch tiefer geht? Unter 10 ist historisch auch schon vorgekommen.

75.000 neue Produkte in einem Halbjahr, das ist schon ein Brett. Die Frage ist halt, ob die das Market Making über die Menge kompensieren können.

2 Euro Dividende sind halt auch nur ein Trostpflaster, wenn der Kurs seit Juni ein Drittel abgibt.

Dividende ist nett, aber bei dem Kursrutsch zählt die nicht als Argument. Das KGV mag nach dem Absturz günstiger aussehen, aber die Unsicherheit um das neue Multi-Market-Maker-Modell ist der eigentliche Punkt. Die 30 Mios aus dem Produktgeschäft sind solide, aber wenn Trade Republic die Technologie ändert, ist das alte Geschäftsmodell halt erstmal unter Druck. Wer auf die 2 Euro Dividende schielt, übersieht, dass der Markt gerade den zukünftigen Ertrag neu bewertet.

Kaufen sich jetzt also die ganze Technik selbst ein. Klingt erstmal gut, aber ich versteh nicht, warum der Kurs trotz der guten Zahlen so abkackt. Ist das normale Dividenden-Sache oder steckt da mehr dahinter?

Wenn die Zahlen stimmen und die Technik jetzt komplett gehört, ist der Kursrutsch für mich ne Kaufgelegenheit.

Stimmt ihr, oder bin ich da zu naiv? Wenn der Gewinn fast doppelt so hoch ist wie letztes Jahr und die 2 Euro Dividende sicher kommen, wieso fällt die Aktie dann trotzdem so hart? Ich checks nicht, ob der Markt da was weiß, was ich nicht sehe.

Bei 16,80 Euro zahlst du gerade mal das Achtfache des diesjährigen Gewinns und bekommst fast 12% Dividendenrendite — der Markt preist hier offenbar ein, dass der Hype um Krypto-Produkte und strukturierte Produkte nicht ewig so weiterläuft. Dass der Kurs seit Jahresanfang 25% abgegeben hat, obwohl die Zahlen stimmen, ist für mich kein Zeichen für ein verstecktes Problem, sondern schlicht eine Korrektur von vorher überzogenen Erwartungen.

Bei 16,55 Euro frag ich mich, ob der Markt die 48 Mio Gewinn aus H1 schlicht ignoriert.

wenn ein Unternehmen im Halbjahr den Gewinn fast verdoppelt und die Aktie trotzdem seit Jahresanfang ein Viertel verliert, dann läuft da was, das ich als Kleinanleger nie ganz durchblicke. Klar, Trade Republic ist weg, das tut weh, und ein Umbau kostet erstmal Geld, bevor er welches bringt. Aber dass der Markt die 71,7 Millionen Euro Ergebnis einfach so beiseiteschiebt und stattdessen lieber den Technikumbau samt Stellenabbau einpreist, das kommt mir vor wie das Warten auf den zweiten Schuh, der einfach nicht fallen will. Vielleicht ist die Botschaft: Der neue Partner steht noch nicht fest, und bis dahin stochern alle im Nebel. Ich kenne das von mir selbst, ich verkaufe auch viel zu oft genau dann, wenn die Nachrichten am unklarsten sind. :wink:

Ich seh das gar nicht so, dass der Markt das Ergebnis beiseiteschiebt, der Blick zurück interessiert an der Börse doch die wenigsten, da zählt nur, was vorne kommt. Trade Republic weg, Umbau läuft, Stellenabbau, und der neue Partner noch nicht in Sicht: Das ist für mich eher die Erklärung dafür, dass die Fantasie fehlt, als ein Rätsel. Und ehrlich, mit dem Wiener Engagement als Liquiditätsanbieter kann ich auch nicht viel anfangen, das klingt nach solider Arbeit, nicht nach dem großen Wurf. Dein zweiter Schuh passt schon, nur würde ich nicht drauf warten, dass er überhaupt kommt.

Wenn ein Rekordhalbjahr, ein voller Auftragsbestand im Emissionsgeschäft und ein zweistelliger Millionenüberschuss nicht reichen, um den Kurs über Wasser zu halten, während der wichtigste Partner aussteigt, was muss denn dann noch passieren?! Oder haben am Ende nicht die Zahlen recht, sondern die Skepsis der Marktbeobachter?

Die Skepsis ist doch nur der Technikumbau, der kurzfristig Ressourcen frisst. Und der “Ausstieg” des Partners wird hier größer geredet als er ist. Wenn die Zahlen weiter so laufen, sieht der Markt das auch wieder