Adidas AG (ADS) — Diskussion

BlackRock baut auf und JPMorgan sieht 230 Euro, während der Kurs 25 Prozent unter dem Hoch klebt. Die Rechnung geht nur auf, wenn Gulden die Marge wirklich nachhaltig nach oben bringt.

Kollegen bei JPMorgan träumen von 230 Euro, aber selbst die 170er Zone hat sich zuletzt als harte Nuss erwiesen. Der Rückkauf ist nett, ändert aber nichts daran, dass der Kurs seit Jahresbeginn 8,6% im Minus steht und der 200-Tage-Schnitt bei 157,79 Euro erstmal zurückerobert werden muss. Ob BlackRocks Mini-Aufstockung da wirklich der Gamechanger ist?

Mal schauen, was die 170er Zone wirklich wert ist – die haben wir im Juli zweimal getestet und jedes Mal sind die Käufer reihenweise ausgestiegen. Der 200er ist das absolute Minimum, aber selbst der kommt erstmal nur mit Volumen zurück, und das sehe ich im Chart aktuell nicht. BlackRock ist nett für die Psyche, aber die Bewegung seit April zeigt eher eine absteigende Tagestiefs-Struktur, die erst gebrochen werden muss. Die JPMorgan-230er sind Luftschlösser, wenn selbst die Herabstufungen von UBS und Goldman das Papier nicht nachhaltig tragen können – imo zählt nur, was der Kurs unter 155€ macht, und da fehlt mir der Käuferdruck.

200 Euro Kursziel, während der Kurs 27 Prozent unterm Hoch hängt. RBC sieht wohl etwas, was der Markt noch nicht einpreist.

:blue_circle: Adidas: RSI signalisiert Überverkauft

Der RSI-14 von Adidas ist auf 28.9 gefallen und signalisiert eine überverkaufte Situation. Aktueller Kurs: 143.55 EUR.

28% unter dem 52-Wochen-Hoch, während DTC um 25% wächst und der Konzern sechs Millionen eigene Aktien einzieht. Wenn der Q3-Bericht die Zahlen bestätigt, war das eher eine Übertreibung als eine Neubewertung.

Bei knapp 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch kauft der CEO-Umkreis über eine halbe Million nach, und Barclays dreht auf Overweight. Die Lululemon-Schwäche mag den Sektor belasten, aber die 2,3 Milliarden Operativgewinn stehen trotz WM-Marketingausgaben.

:downwards_button: Adidas: MACD Verkaufssignal

Bei Adidas hat die MACD-Linie (-5.0191) die Signallinie (-4.9080) von oben gekreuzt - ein bearisches Signal.

Die 29 Prozent Abstand zum Oktober-Hoch bei gleichzeitig bestätigter 9-10 Prozent Wachstumsprognose erzählen zwei verschiedene Geschichten. Wenn die Innovation Days im September die Pipeline nicht greifbar machen, bleibt der 50-Tage-Schnitt bei 163,95 die nächste Decke.

RSI 27,6 bei gleichzeitig 13% unter dem 50-Tage-Schnitt, das ist schon eine ziemlich extreme Divergenz. Dass RBC ausgerechnet jetzt das 200er-Kursziel bestätigt, wirkt fast wie ein vorbereiteter Bühnenauftritt für die Innovation Days.

Wenn Gulden privat fast eine halbe Million reinbuttert und der Laden parallel eigene Aktien zurückkauft, sagt das schon was über das interne Kursverständnis. Beim KGV von rund 20 und der dünnen Marge bleib ich trotzdem draußen.

Vorsicht beim KGV. Das ist eine äußerst ungenaue Maßgröße für den Unternehmenswert.

Bei Adidas ist der EBITDA-Multiple zur Zeit etwa x8,8, und das ist keineswegs hoch. Ende Januar war er noch x10,1. Das KGV wirkt hoch, wenn die Komponenten I, T, D und A relativ hoch sind, und das sind sie bei Adidas. Andererseits vernachlässigt die Maßzahl KGV die Kapitalstruktur, im Fall Adidas werden die relativ hohen Nettoschulden (nach meiner Rechnung jetzt €6,2Mrd) vom K abgezogen, während der EBITDA-Multiple die Schulden herausisoliert.

Stimmt, beim EV/EBITDA sieht die Bewertung durch die Schuldenkomponente natürlich anders aus als beim reinen Gewinnvielfachen. Bleibt für mich trotzdem die Frage, ob die operative Marge bei der Kapitalintensität des Geschäftsmodells langfristig für eine echte Qualitätsbewertung ausreicht.