ADCAPITAL AG (ADC) — Diskussion

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Ticker: ADC
ISIN: DE0005214506
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Der dritte Turnaround in fünf Jahren. Diesmal soll es die Insolvenz einer Tochter richten.

Die Margen in den Kernsegmenten müssen jetzt endlich die versprochene Portfolio-Straffung rechtfertigen. Der April-Bericht wird zeigen, ob das Ganze Substanz hat oder nur Theorie bleibt.

Versteh die Konzentration auf Elektrotechnik und Maschinenbau. Die Bilanz muss jetzt aber zeigen, ob nach den Verkäufen und der Jaeger-Insolvenz noch eine tragfähige operative Basis übrig ist.

Stück für Stück werden die Beteiligungen verkauft oder an die Wand gefahren. Mit der Insolvenz der Erich Jaeger ist ein ehemalig erfolgreiches Unternehmen an der Wand. Offensichtlich ist das Management auch als selbst als aktiver Geschäftsführer eingesetzt nicht in der Lage, das Business der einzelnen Unternehmungen zu beherrschen. Eingestellte Geschäftsführer kommen und gehen, bringen aber keinen Mehrwert. Die Seele der ehemals funktionierenden Beteiligungen werden zerstört. Das ist sicher alles nicht mehr im Sinne der alten BET / ADC. Alles hat irgendwann ein Ende. Schade, werde es weiter beobachten.

Wenn das operative Management bei den eigenen Beteiligungen versagt, bleibt bei der Holding am Ende nur eine leere Hülle ohne Substanz. Bei der aktuellen Eigenkapitalquote und dem Cashburn braucht mir keiner mehr mit Turnaround-Fantasien kommen. Reinster Kapitalvernichter.

Einfach nur traurig. So gehen gute Unternehmen vor die Hunde.

Der Turnaround wird durch die Insolvenz der Tochter hart auf die Probe gestellt. Die Jahreszahlen müssen jetzt zeigen, ob die verbliebenen Kerneinheiten wirklich genug Stabilität bieten.

Was hier geschieht ist wirklich traurig! Das empfinde ich als Gründungsgeschäftsführer der Berliner Elektro-Technik GmbH und als verantwortlicher Vorstand beim Börsengang der euromicron AG. Wir haben innerhalb von 6 Jahren 1995 bis 2001 immerhin DM 170 Mio. Beteiligungserträge und durch den Börsengang weitere DM 100 Mio. erlöst. Die Basis für diesen Erfolg war eine klare Ausrichtung auf profitable Unternehmen, die erfolgreich geführt wurden und der Firmengründer keine Nachfolger hatte. In der Regel blieb dieser als angestellter Geschäftsführer weiterhin im Unternehmen und konnte unverändert seiner Tätigkeit nachgehen. Es wurden die Quartalszahlen diskutiert und wo nötig die Planung angepasst. Diese Strategie wurde durch den Börsengang beeinträchtigt. Es wurde offensichtlich, dass mittelständische Denkstrukturen sich teilweise stark von dem Agieren börsennotierter Unternehmen unterscheiden. Wir haben z.B. Profitabilität höher bewertet als strategische Ausrichtung. Das hat dazu geführt, dass wir Unternehmen hatten, die Sicherheitstechnik anboten und Referenzen wie z. B die Absicherung des Königspalastes in Saudi Arabien oder des Bundeskanzleramtes in Berlin vorzuweisen hatten. Ein anderes Unternehmen lieferte die Stromversorgung für Patriot Raketen an Raytheon in den USA. Das derzeitige Desaster wäre nicht passiert. wenn man die ursprüngliche Strategie beibehalten und die Gesellschaft wieder von der Börse genommen hätte, aber dazu benötigt man ein entsprechendes Management.

Viel Text für eine Aktie, die an der Börse offensichtlich nicht funktioniert. Warum sich mit dem Management einer Holding rumschlagen, wenn man mit einem breit gestreuten ETF einfach den ganzen Markt abdeckt?