ABO ENERGY GMBH & CO. KGAA (AB9) — Diskussion

31 Millionen Marktwert bei einer Pipeline, die einiges wert sein könnte – die Frage ist nur, ob die Banken bis Freitag mitziehen. Wie schätzt ihr die Verhandlungsposition von ABO gegenüber den Gläubigern ein?

Verhandlungsposition ist denkbar schlecht – die Zeit läuft gegen ABO, und die Banken sitzen am längeren Hebel, wenn bis Freitag kein Geld da ist.

Bin froh dass ich da nicht investiert bin. Drei externe Berater gleichzeitig, Verpfändungen von Gründeraktien und eine Marktkapitalisierung von 31 Millionen — die haben echt alles mitgenommen, was ein Unternehmen in Schieflage bringen kann. Die Pipeline mag toll sein, aber ohne funktionierendes Finanzierungsmodell ist das nur heiße Luft.

Haben doch gerade erst Polen und Ungarn verkauft und trotzdem rutscht die Aktie weiter. Wofür war der Verkauf dann gut, wenn die Schulden trotzdem so hoch bleiben?

Verkauf war halt nur ein Pflaster auf einer offenen Wunde. Die 2 Gigawatt Pipeline in Polen und Ungarn bringen kurzfristig Cash, aber die Schuldenlast ist ein strukturelles Problem, das sich nicht mit einem Asset-Deal lösen lässt. Schau dir den Chart an – wir dümpeln weiter unter der 4-Euro-Marke, der RSI ist im Keller, und ohne klare Signale einer echten Sanierung bleibt das Papier ein Fall fürs Beobachtungsfeld. Die nächste Unterstützung liegt bei 3,20, und wenn die bricht, wird’s richtig ungemütlich.

Tyczka kauft den Hydrogen Hub, PPC die Osteuropa-Sparte – am Ende bleibt ein Projektierer, der seine besten Assets verscherbelt, um die Banken bei Laune zu halten. Die 2,8 Prozent am Freitag sind nett, aber bei 31 Millionen Marktkapitalisierung reden wir über Kleingeld. Frage ist doch, was nach der Substanz noch übrig ist, wenn die Frist Ende November kommt.

Haben jetzt in zwei Wochen drei Assets verkauft und der Kurs liegt trotzdem bei 3,25 Euro. Da fragt man sich schon, was die Stillhaltevereinbarung mit den Banken wirklich wert ist, wenn der Markt jede Meldung als weiteren Beleg für die Notlage nimmt.

Die Volatilität von 67 Prozent sagt ja eigentlich alles über den Zustand des Papiers aus. Aber wenn die Erlöse aus Polen, Ungarn und Hünfeld nicht reichen, um die Bilanz sauber zu bekommen, war der ganze Umbau nur ein Verschieben von Problemen.

Verkauf ist Verkauf, aber bei 31 Mio Marktwert zählt nur noch der Turnaround, nicht die Substanz.

RSI bei 41, trotzdem Abverkauf. Markt traut der Bilanz nicht.

Mal ehrlich, bei 31 Mio Marktwert und 170 Mio Verlust ist der Chart nur noch ein Ablenkungsmanöver. Die 3,25 sind kein Boden, sondern der Kurs, der auf die November-Entscheidung wartet.

31 Mio Marktwert gegen 170 Mio Verlust sagen eigentlich alles. Das ist kein Bewertungsabstand mehr, das ist eine Wette auf die Gläubiger. Wer jetzt einsteigt, wettet nicht auf das Windgeschäft, sondern darauf, dass Rothschild bis November eine Lösung hinbekommt, die die Aktionäre nicht völlig ausblutet. Und genau da liegt der Haken: Bei so einer Kapitalstruktur landet das Meiste in der Regel bei den Gläubigern, nicht beim Eigenkapital.

Die operativen Zuschläge über 61 Megawatt sind nett, aber die ändern an der Bilanz gar nichts. Solche Projekte brauchen Jahre bis zum Cashflow, und bis dahin muss die Firma erst mal überleben. Ein positives EBITDA erst 2027 heißt im Klartext: 2026 ist komplett verbrannt, und ob das Eigenkapital diese Durststrecke übersteht, hängt einzig an der Bereitschaft der Banken.

Bei einem KGV kann man hier gar nicht argumentieren, weil es kein Ergebnis gibt. Die 3,25 sind kein Boden, das ist schlicht der Preis für ein Unternehmen, dessen Zukunft an einem Verhandlungstisch in Frankfurt entschieden wird. Zu dem Preis greife ich nicht zu — mir fehlt jede Kalkulierbarkeit beim Eigenkapital, und ohne die kaufe ich nicht.

Hab ich das richtig gelesen, die Argentinier gehen an einen Rechenzentrums-Betreiber? Strom für KI, soso. Klingt erstmal schick, aber ein Vorvertrag ist noch kein Geld auf dem Konto. Die Due Diligence kann noch alles kippen, und bis dahin ist das für mich nur eine Geschichte.

Rechenzentren fressen Strom wie der Löwe das Fleisch, aber in Argentinien baut dir keiner ein Kraftwerk, der nicht vorher dreimal die Währung getauscht hat. Der Deal ist schön zum Erzählen im Investorencall, nur die Kohle kommt mit der Due Diligence, und die hat schon manchen schönen Plan zerlegt. Ich hab da so eine Regel: Pipelines sind Papier, Kontoauszüge sind Wahrheit. Und wenn der Markt seit der Ausschreibung 14,5 Prozent abgibt, hat der auch gerechnet.

Dass die jetzt in Argentinien Strom für KI-Rechenzentren verkaufen wollen, während im Heimatmarkt die Banken auf die Uhr schauen. Vorvertrag ist kein Geld, und die 3,17 GW sind erstmal nur Papier. Ich bleib bei meinem Sparplan und schau mir das Spektakel von außen an.

Die 3,17 GW sind wirklich erstmal Papier, da haste recht. Aber ich frag mich, ob der Verkauf nicht gerade deshalb kommt, weil sie die Kohle brauchen - die Argentinien-Pipeline bindet doch Kapital, und wenn Novva die Entwicklung übernimmt, ist das Risiko weg. Ob das reicht, um die Banken ruhig zu stellen, weiß ich nicht, das kann ich echt nicht einschätzen. Dein Sparplan-Ansatz ist jedenfalls nicht der schlechteste, ich hab bei sowas schon Lehrgeld bezahlt, weil ich zu früh rein bin. Schau mer mal, wie die Due Diligence läuft.

wenn ich auf die Kursbewegungen schaue, frage ich mich schon, was der Markt da eigentlich einpreist. Da wird ein Solarpark eingeweiht, der längst Tenergie gehört, und ein Windpark an BKW verkauft, bei dem die Fertigstellung erst für Anfang 2027 anvisiert ist, und die Aktie springt. Für mich passt das nicht so recht zusammen (oder ich verstehe die Mechanik einfach nicht, was durchaus möglich ist). Die Projektfortschritte sind ja da, keine Frage, aber zwischen einer Einweihung und einem bestätigten Umsatz liegt bei so einem Entwickler doch ein ganzes Stück Weg. Vielleicht sehe ich das zu nüchtern, aber ich hätte gern mal gewusst, ob hier jemand den Zusammenhang zwischen den Meldungen und dem Sprung wirklich erklären kann

Die 29% haben mit Presnoy und BKW ungefähr so viel zu tun wie der Vollmond mit meinem Kontostand. Ein eingeweihter Park, der schon dem Käufer gehört, und ein Windpark, der erst 2027 fertig wird, da preist der Markt nicht die Meldungen ein, sondern einfach die Story. Bei so Entwicklern reicht oft ein Lebenszeichen, und die Kursexplosion ist da. Ich versteh die Mechanik auch nicht, aber ich hab aufgehört, bei sowas nach Logik zu suchen. Der Markt macht manchmal einfach sein eigenes Ding, und wir stehen daneben und staunen.

:down_arrow: ABO Energy: Bruch unter 50-Tage-Linie

ABO Energy ist unter die 50-Tage-Linie (3.29 EUR) gefallen. Aktueller Kurs: 3.25 EUR.

:down_arrow: ABO Energy: Bruch unter 20-Tage-Linie

ABO Energy ist unter die 20-Tage-Linie (3.24 EUR) gefallen. Aktueller Kurs: 3.20 EUR.

Mich wundert ehrlich gesagt, dass die verlängerte Stillhaltevereinbarung bis 30. November so gefeiert wird, als hätte jemand den Abgabetermin für die Steuererklärung geschoben. Es ist erstmal nur ein Gesprächsfenster, keine Sanierungsfinanzierung, und die Margen brechen bei den Projektierern ja nicht wegen des Kalenders weg. Ich schau da lieber auf den konkreten Verhandlungsstand als auf das Datum